Ignoriert die Regierung das
Rheintaler Verkehrsproblem?
Die Kantonsräte
Britschgi, Frei, Gächter, Frau
Graf-Frei und Gschwend haben
sich zum Verkehrsproblem
Rheintal an die Regierung
gewandt. Die unbefriedigende, ja
unverantwortliche Antwort der
St.Galler Regierung gibt zu
folgenden Gedanken Anlass:
Infolge der
rasanten Zunahme des Individual-
und Schwerverkehrs, der
wirtschaftlichen Entwicklung und
der Neuansiedlung von Betrieben
spitzt sich die
Verkehrssituation im Rheintal
weiter zu. Die Zustände an
neuralgischen Punkten werden in
absehbarer Zeit unzumutbar
werden.
Vor diesem
Hintergrund ist es irrelevant,
festzuhalten, wo die zentralen
Konflikte liegen und wer für den
Unterhalt der Nationalstrassen
zuständig ist. Was die
Rheintaler Bevölkerung braucht,
ist eine Lösung des
Verkehrsproblems bis spätestens
zum Jahre 2015. Wenn dieser
Zeitplan nicht realisiert werden
kann, werden wir, namentlich im
Grossraum Heerbrugg im Verkehr
ersticken, weil die Pw und LKW
in den Dörfern nicht mehr
aneinander vorbeikommen. Zudem
ist ein beträchtlicher Teil des
Verkehrs grenzüberschreitend,
was die ganze Problematik
wesentlich verschärft. Die
aktuelle, sehr leidige und nicht
lösbare Situation beim Kreisel
Grenzübergang Au wird dannzumal
nur eines von mehreren Nadelöhr
sein. Vor dem Hintergrund
derartiger Zukunftsaussichten
ist die Antwort der Regierung
als fahrlässig einzustufen, weil
sie keine einzige Frage konkret
beantwortet. Jedermann weiss,
dass wir im Rheintal dringend
den Autobahnzusammenschluss mit
Oesterreich brauchen, und dass
dieser aufgrund der Besiedelung
und der nahe
beieinanderliegenden Autobahnen
nur unmittelbar nördlich oder
südlich von Diepoldsau
realisierbar ist. Im weiteren
sind die Industriegebiete
möglichst an die Autobahn
anzubinden. Deshalb ist nicht
einzusehen, weshalb ein neues,
jahrelanges Planungsverfahren,
unter Einbezug von Dutzenden von
Institutionen, eingeleitet
werden soll. Erstaunlich ist
auch, dass die Regierung beim
Grenzübergang Au erneut zu einer
zusätzlichen kosmetischen Lösung
Zuflucht suchen will, anstatt
mit allen Mitteln eine
Gesamtlösung voranzutreiben.
Immerhin wurden die Probleme im
öffentlichen Verkehr erkannt,
werden in den nächsten fünf
Jahren im Rheintal doch mehrere
Dutzend Millionen investiert.
Allerdings nützt das nicht viel,
wenn die RTB-Busse schliesslich
im Individualverkehr stecken
bleiben.
Ich bin deshalb
zusehends davon überzeugt, dass
uns nur der gemeinsame Druck auf
die Regierung voranbringen wird.
Sei es als Privatperson, als
Wirtschaftsvertreter oder als
Behörde, wir müssen jede
Gelegenheit wahrnehmen,
öffentlichen Druck aufzubauen.
Die eingangs erwähnte
Aktionsgruppe wird zusammen mit
dem Verein St.Galler Rheintal
Mitte September über weitere
Massnahmen orientieren.
Oskar Gächter,
9442 Berneck
Kantonsrat SVP
15.08.08