Das Wundenlecken der Verlierer
Nach dem erneuten
Triumpf am vergangenen
Abstimmungswochenende darf man
sich schon berechtigt fragen,
weshalb durch die SVP errungene
Siege für die politische- und
juristische Elite so schlecht
verdaubar sind. Die SVP habe
noch nicht gewonnen, ist unter
Anspielung auf die Umsetzung der
Ausschaffungsinitiative zu lesen
– eine erstaunliche Aussage der
Abstimmungsverlierer. Man will
die Erfolge der von Sieg zu Sieg
eilenden Partei einfach nicht
recht akzeptieren. Gleichzeitig
aber schieben sich die anderen
Parteien gegenseitig die Schuld
an der Niederlage zu. Dabei
bringt man groteske
Zusammenhänge ins Spiel. So soll
wegen der zukünftigen
Ausschaffung einiger krimineller
EU-Bürger das
Personenfreizügigkeitsgesetz auf
dem Spiel stehen. Derartige
Schlussfolgerungen sind
lächerlich. Ebenfalls die
ständigen Drohungen mit der
Menschenrechtskonvention
verunsichern die Bevölkerung.
Ich behaupte, dass sich kein
Staat besser daran hält als die
Schweiz. Schauen wir doch einmal
nach Frankreich. Dort werden
Ausländer ohne Rechtsverfahren
ausgewiesen. Vor diesem
Hintergrund war letzte Woche
unsere neue Bundesrätin
Sommaruga wohl etwas
überfordert, als sie sich in
Brüssel für das Schweizer Volk
entschuldigte. Die Schweiz hat
sich im Ausland durch diese
Abstimmung höchstens Achtung
verschafft. Oder weiss Frau
Sommaruga nicht, dass anderseits
in der Schweiz Hunderttausende
von Ausländern Arbeit,
Wohlstand, Sicherheit und eine
neue Heimat gefunden haben.
Sinnvoller wäre, die
frischgebackene Bundesrätin
würde mehr Druck auf die Justiz
zur Beschleunigung der
Strafverfahren ausüben. Dann
hätten wir alle auch noch
finanziell gewonnnen. Denn es
geht auf keine Kuhhaut, wieviel
der Steuerzahler täglich für
langwierige Rechtsverfahren mit
Ausländern ausgeben muss. Zudem
zeigt das Abstimmungsresultat
einmal mehr in klarer Weise,
dass die Ausländerprobleme
unserer Bevölkerung unter den
Nägeln brennen. Der Bundesrat
ist deshalb gut beraten, die
Umsetzung sofort in die Wege zu
leiten. Jedes andere Verhalten
verunsichert das Volk und lädt
die SVP zur Lancierung weiterer
Initiativen ein. Die Partei ist
sich ja mittlerweile daran
gewöhnt, nach dem Prinzip
„allein gegen allen Anderen“
Abstimmung um Abstimmung zu
gewinnen. Oder wie hat es der
nicht der SVP angehörende, über
das Abstimmungsresultat erfreute
Stadtpräsident von Rorschach,
Nationalrat Thomas Müller
ausgedrückt: „Wenn meine Partei
bei den Wahlen 2011 eine Rolle
spielen will, muss sie die
Bedürfnisse und Befürchtungen
der Bevölkerung ernst nehmen“.
Die SVP jedenfalls, hat sich
diesen Grundsatz schon lange
hinter die Ohren geschrieben und
ist deshalb für das bald
beginnende Wahljahr schon
bestens gerüstet, währenddem die
Verlierer offenbar immer noch
die Wunden lecken.
Oskar Gächter,
9442 Berneck
Kantonsrat SVP
07.12.10