Presse "Leserbriefe"
Thema: Verkehrsproblem Rheintal  

                             

Die Zeit zum Handeln ist gekommen
 

Momentan kommt wieder Bewegung in das grenzüberschreitende Verkehrsproblem. Kaum mehr jemand glaubt an eine zeitgerechte Lösung. Bald jede Gemeinde wird selber mit Vorschlägen aktiv, anstatt gemeinsam mit vereinten Kräften eine Gesamtlösung anzustreben. Der Diepoldsauer Gemeindepräsident verkündet frohgelaunt die Hilfe des Kantons zur Einschränkung des Durchgangsverkehrs. Die  Bürgermeister von Höchst und St.Margrethen überbieten sich gegenseitig mit eigenen Vorschlägen. Am Auer Kreisel wird ohne jeglichen Erfolg permanent gebastelt. Lustenau“s Parteien schliesslich wollen demnächst auf die Barrikaden, sollte sich die Situation beim Grenzübergang nicht bessern. Diese Aktivitäten haben alle etwas Gemeinsames. Sie nützen nichts und kosten viel Geld, denn weder der Kanton noch der liebe Gott können das Verkehrsproblem lösen.

Wo liegt das Problem? Den offiziell vorgeschlagenen Varianten erwächst von allen Seiten (Naturschützer, Grüne, Anrainergemeinden) erbitterter Widerstand. Begreiflich, denn die neue Strasse soll wiederum durch Naturschutzgebiet  und vor allem durch das heutige Naherholungsgebiet Bruggerhorn führen. Deshalb haben die offiziellen Planer der Vorarlberger Landesregierung „ Mobil im Rheintal“ die Herausgabe des Schlussberichtes zum  x-tenmal verschoben. Oesterreich und die Schweiz haben nicht dieselben Interessen. Für Vorarlberg steht nicht der Autobahnanschluss im Vordergrund, sondern eine Entlastungsstrasse ihres hausgemachten Verkehrs zwischen Lustenau/Dornbirn und Bregenz. Wissen muss man auch, dass ein Autobahnzusammenschluss nördlich von St.Margrethen alles Andere als eine Rheintaler Gesamtverkehrslösung darstellen würde. Weder die vom Arlberg herkommenden Lastwagen, noch die Personenwagen würden einen Umweg bis nach St.Margrethen in Kauf nehmen, um nachher wieder Richtung Sargans weiterzufahren. Die gesamte Verkehrslawine würde sich auch dann durch Diepoldsau wälzen, umsomehr Liechtenstein alles unternimmt, den Verkehr vom Land fernzuhalten.

Was ist zu tun? Trotz der 2 Millionen Euro teuren Planung sind die Damen und Herren von „Mobil im Rheintal“ dringend einzuladen, Alternativen zu studieren. Eine auch ökologisch absolut vernünftige Variante wäre ein Lastwagenterminal zwischen Diepoldsau und Mäder. Weshalb? Die Autobahnen kommen sich dort am nächsten. Das Gebiet ist nur dünn oder nicht besiedelt. Die Kosten sind am geringsten. Den Fragen des Naturschutzes kann Rechnung getragen werden. Es sind weitaus am wenigsten Einsprachen zu erwarten. Das Gebiet liegt genau in der Mitte, sodass der Verkehr aus Norden (Bregenz) und aus Süden (Arlberg) erfasst werden kann. In einer zweiten Phase ist ein Autobahnzusammenschluss für Personenwagen zu studieren (Auffächerung oder neuer Grenzübergang). Zwischen dem Bodensee und Liechtenstein (4o km) sind ohnehin zwei grenzüberschreitende Strassen zu prüfen.

Davon ausgehend, dass der Schlussbericht demnächst endlich erscheint, steht uns nicht nur ein heisser Wahlherbst, sondern auch ein heisser „Verkehrsherbst“ bevor. Jedenfalls wird die SVP Rheintal am Ball bleiben und mit weiteren Verbündeten, wenn nötig drastische Massnahmen ins Auge fassen.

Oskar Gächter, Berneck

Kantonsrat SVP
10.09.2011