Presse "Leserbriefe"
Thema: Die SVP  

                             

Ein Missionar belehrt die SVP

(Replik auf die Leserbriefe A.Ritz vom 14.07. und 21.07.)

Mit hoher Regelmässigkeit und fast eisernem Willen setzt sich Alfred Ritz in der Rheintaler Presse mit der SVP auseinander. Dabei geht er in seiner Meinungsbildung hin und wieder eigene Wege, so  zuletzt in seinen kürzlichen zwei Aufsätzen in dieser Zeitung. Seine besondere Betrachtungsweise der SVP-Politik bedarf einiger Ergänzungen und Korrekturen.

Er spricht unter anderem von fragwürdigen Initiativen seitens der SVP, obwohl diese durch das Volk deutlich angenommen wurden (Minarett- und Ausschaffungsinitiative). Er wirft der SVP vor, sich nicht um die Kernprobleme unseres Lands zu kümmern. Würde sich die SVP nicht den echten Sorgen der Bürger annehmen, würde ihr Wähleranteil nicht kontinuierlich steigen. Mut und fast hellseherische Fähigkeiten beweist Herr Ritz mit seiner Vorhersage eines Wählerrückganges für die SVP. Wollen wir mal sehen, ob er mit seiner Prognose recht bekommt. Ebenfalls unterstellt er der grössten St.Galler Partei, das Volk zu manipulieren. Inhaltlich hat er mit dieser Aussage ausnahmsweise nicht einmal unrecht. Nur betrifft diese Tatsache beileibe nicht nur die SVP. Jede Institution und Firma versucht, wenn teils auch mit völlig weltfremden Werbeslogans, das Volk von seinen Produkten zu überzeugen. Neuerdings wirbt beispielsweise eine andere Partei sogar mit einer Nationalrätin mit nacktem Oberkörper – mit Erfolg, wie ich meine. Welcher Mann sieht nicht gerne die Brüste einer jungen, hübschen Frau?

Interessant im Leserbrief von Herr Ritz ist der Hinweis auf das Schengenabkommen im Zusammenhang mit der Beeinflussung des Volkes durch die SVP. Hätten der Bundesrat die Schengen- und die Schweizer Wirtschaft die Personenfreizügigkeitsabstimmung nicht mit einer millionenschweren Propagandamaschinerie beeinflusst, wären die beiden Abkommen durch das Volk mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit abgelehnt worden.

Fast in missionarischer Art versucht Herr Ritz die SVP für das schlechte Ansehen der Schweiz im Ausland verantwortlich zu machen. Meine Erfahrungen in osteuropäischen Ländern und in Österreich sind ganz anders. Ich werde laufend auf die Vorteile der Nicht-EU-Mitgliedschaft und die intelligente politische Haltung der Schweiz angesprochen. Gerne lade ich Herr Ritz an eine Sitzung der Geschäftsleitung der SVP Rheintal ein, damit er sich überzeugen kann, dass dort Leute denken und handeln, nicht Populismus betreiben, wie Herr Ritz behauptet. Anders ist nicht zu erklären, dass die SVP schweizweit in den letzten Jahren 10 000 neue Mitglieder rekrutiert-, 110 neue Ortsparteien gegründet- und 100 000 neue Wähler gewonnen hat.

 

Oskar Gächter, Berneck

Kantonsrat SVP
30.07.2011