Wohin führt unsere
Integrationspolitik ?
Vorletzte Woche
hiess der Kantonsrat einen
Bericht der Regierung gut, bei
dem es darum geht, wie zukünftig
ausländische Staatsbürger in
unserem Kanton integriert werden
sollen. Die Debatte stand auch
unter dem Aspekt, dass unsere
Wohnbevölkerung laut
verlässlichen Studien in den
nächsten gut 20 Jahren nochmals
um 35% wachsen soll. Die Folgen
auf Mieten, Bodenpreise,
Raumplanung, Energieverbrauch,
Schulen, Gesundheitswesen oder
Sozialwerke sind heute erst
ansatzweise absehbar. Andere
Parteien machen sich darüber
offensichtlich wenig Gedanken.
Sie haben den Bericht
vorbehaltlos unterstützt. Einen
Bericht, mit dessen Massnahmen
man den ausländischen Mitbürgern
das Leben versüssen- und sie
richtiggehend anlocken will.
Währenddem wir Schweizer
zusehends einem knallharten
Arbeitsplatzwettbewerb
ausgesetzt sind und täglich um
unsere Existenz kämpfen müssen.
Im weiteren vermittelt der
Bericht den Eindruck, wir
Schweizer hätten uns nach den
Massstäben der Ausländer zu
richten, anstatt umgekehrt. Ja,
man muss sich langsam fragen, ob
ausländische Staatsangehörige im
Kanton St.Gallen rechtlich bald
besser gestellt sind als
Einheimische. In dieses Bild
passte auch die Aussage von
Kantonsratskollege Werner
Ritter. Er behauptete im
Ratssaal, alle einmal in der
Schweiz anwesenden Flüchtlinge
würden unser Land mit Sicherheit
wieder selbständig verlassen.
Ich bin erstaunt ob der
Blauäugigkeit des sonst
hochintelligenten Advokaten.
Genau das Gegenteil ist nämlich
der Fall. Die Bevölkerung
unseres Kantons wächst dank den
Ausländern. Dazu gehören auch
die schweizweit 250 000
Illegalen und abgewiesenen
Asylanten, welche die Schweiz
mit grosser Sicherheit nicht
mehr verlassen werden. Herr
Ritter, aber auch die anderen
Parteien, haben im Gegensatz zum
Gros des Schweizervolkes immer
noch nicht begriffen, dass wir
mit einem Ausländerproblem
konfrontiert sind. Sonst hätten
sie nicht einen Bericht
unterstützt, welcher der
einheimischen Bevölkerung mehr
Pflichten auferlegt, als den zu
Integrierenden. Ganz abgesehen
von den horrenden Kosten, welche
vom Steuerzahler abverlangt
werden. Da ändert auch die
Tatsache nichts, dass sich auch
die SVP der Notwendigkeit
ausländischer Arbeitskräfte
bewusst ist. Zur Diskussion
steht hingegen die Menge.
Erstaunlich ist dabei immer
wieder der Blick auf unsere
Nachbarstaaten (ausg FL). Sie
kommen mit dreimal weniger
Ausländer aus, obwohl auch dort
mit Hilfe von Fremdarbeitern
Strassen gebaut-, Gastgewerbe
unterhalten- und Spitäler
betrieben werden.
Wahrscheinlich
ist es eben doch so, dass wir im
Kanton St.Gallen noch mehr SVP
benötigen, damit auch die
politisierenden
Integrationsturbos etwas
gebremst werden können.
Oskar Gächter, Berneck
Kantonsrat SVP
12.05.2011