Presse
Thema: Wahlen  

 

Ständeratswahlen: Die journalistische Meisterleistung
 

Nicht weniger als neunmal (9x) war die SVP im St.Galler Tagblatt am Montag nach den Ständeratswahlen als Verlierer erwähnt. Dabei hat die SVP überhaupt nichts verloren. Sie hat lediglich eine einmalige Chance verpasst, im Kanton St.Gallen einen Ständeratssitz zu erobern. Man konnte die Zeitung durchblättern so lange man wollte, man fand in keiner Ueberschrift die einzige und wahre Verliererin dieses Wahlsonntages – eine journalistische Meisterleistung nach dem gängigen Prinzip: Alle gegen die SVP !

Was war denn an diesem Sonntag passiert? Die einst dominierende Partei in unserem Kanton, die CVP, hat ihren wichtigsten Ostschweizer Parlamentssitz, nämlich ihren jahrzehntelangen Ständerat, eingebüsst. Das war mitausschlaggebend, dass diese Partei bei den kürzlichen National- und Ständeratswahlen das schwächste Ergebnis aller Zeiten erzielte. Ja, es war sogar von Auslaufmodell die Rede. Nun kann man sich mit Fug und Recht fragen, wer denn da verloren hat. Mindestens das St.Galler Tagblatt konnte oder wollte am Montag nach den Wahlen die Antwort nicht eindeutig geben.

Zudem ist das Resultat gegen Nationalrat Brunner doch etwas merkwürdig zustandegekommen. Es erstaunt schon einigermassen, wenn Leute von der bürgerlichen CVP ihre Stimme einem Ultralinken geben, nur um den SVP-Kandidaten zu verhindern. Ebenso unverständlich ist, dass die Wirtschaftspartei FDP den chancenlosen CVP-Kandidaten unterstützte und somit dem die EU befürwortenden und die Wirtschaft verteufelnden SP-Kandidaten zur Wahl verhalf. Einmal mehr bewahrheitet sich die Tatsache: Wer in der Schweiz zu stark und einflussreich wird, wird zurückgebunden, und keine Partei wird von den Medien unfreundlicher und einseitiger kommentiert als die SVP.

Immerhin für die SVP Rheintal gibt es ein klares Fazit. Das Resultat lautete im Rheintal wie folgt: Brunner 43%, Rechsteiner 30% und Hüppi 27% - ein Glanzresultat für Toni Brunner. Dieser Erfolg spornt natürlich die SVP Rheintal geradezu an. Die nächste Gelegenheit zur Antwort bietet sich bei den Kantonsratswahlen vom 11. März 2012.

Abschliessend halte ich noch unmissverständlich fest, dass meine Kritik an die Chefredaktion des Tagblattes und nicht an die Redaktion des „Rheintalers“ gerichtet ist. Die „Rheintaler“-Redaktion in Berneck orientiert ausgewogen und nicht einseitig.



Oskar Gächter, Berneck   14.02.2012