Stärkste Partei bildet
Regierung
(Podium
„Zurück zur Konkordanz“ vom
16.08.11)
Wenig
schmeichelhaft äussert sich der
Präsident des Schweiz.
Friedensrates über die
erfolgreichste Schweizer Partei
der vergangenen Jahre. Seine in
dieser Zeitung abgedruckten
Äusserungen geben doch zu
einigen Bemerkungen Anlass. Herr
Tobler verunglimpft nicht nur
die SVP, sondern ebenfalls viele
Bürger unseres Landes.
Harsche Kritik
Wenn sich die
Konkordanz in der Krise
befindet, ist dafür nicht die
SVP verantwortlich. Sogenannte
konsensfähige Kräfte bringen
keine Lösungen mehr zustande,
weil es den Mitteparteien nicht
mehr gelingt, das Volk zu
überzeugen. Zurecht sieht Herr
Tobler Abnützungserscheinungen
bei der Konkordanz. Das ist gut
so, denn mit der SVP ist eine
starke politische Kraft
herangewachsen, welche nicht
mehr alles einfach akzeptiert,
sondern den Mut hat, politische
Entscheide zu hinterfragen. Das
bedeutet nicht mehr und nicht
weniger als gelebte Demokratie.
Die Aussage, die SVP werde mit
Samthandschuhen angefasst, hat
Herr Tobler wohl nicht ernst
gemeint. Wer als SVP-Exponent an
der Öffentlichkeit steht,
verfügt über einen breiten
Rücken und ist sich an tägliche
Kritik gewohnt. Mit dem
ständigen Herumnörgeln am
Resultat der
Ausschaffungsinitiative beweist
Herr Tobler wenig
Demokratieverständnis. Auch er
sollte der SVP folgen und
politische Niederlagen
akzeptieren.
Was heisst
Konkordanz?
Die Konkordanz
mit „politischen Gemeinsamkeiten
und sozialem Ausgleich“ zu
definieren, greift zu kurz. In
der heutigen in- und
ausländischen Politik wird mit
harten Bandagen gekämpft.
Politik bedeutet Macht. Auf die
Schweiz fokussiert, spielt die
Verteilung der Bundesratssitze
eine entscheidende Rolle. Diese
entspricht nicht den
Parteistärken. Deshalb ist das
Wort „Konkordanz“ eher zu einer
leeren Worthülse verkommen. Die
durch Herr Tobler herbeigesehnte
Konkordanz wird es somit nicht
geben, solange die SVP im
Bundesrat untervertreten ist.
Politik ändern
Immerhin und
trotz seiner Kritik einer Partei
gegenüber, stellt Herr Tobler
unser politisches System als
Ganzes in Frage. Er weist
nämlich auf die prüfenswerten
Gedanken des renommierten
Historikers, Thomas Maissen hin
(Tagblatt vom 30.07.11) Nur
kommt der Friedensratspräsident
leider zur falschen
Schlussfolgerung. Wenn bald
jeder dritte Schweizer hinter
der SVP steht, müsste man doch
dieser Partei die
Regierungsverantwortung
übertragen. Ich bin überzeugt,
dass ein wie im Ausland übliches
Modell von Regierung und
Opposition unter Leitung der
stärksten Partei unser Land
weiterbringen würde. Es
entstünde eine klare
Konkurrenzsituation, nicht ein
braves Nebeneinander wie seit
vielen Jahren in unserem
Bundesrat. Und der Schweiz.
Friedensrat könnte dann
vielleicht die Konkordanz neu
definieren.
Oskar
Gächter, Berneck 14.02.2012